WP_004872

Sandy – Lutz Kirchner

Kirchner, Lutz  Kurzbeschreibung – kirchner.lutz@gmx.de

SANDY
Die Skulptur besteht ausschließlich aus Sand und Wasser. Sie zerfällt. Je nach Standort ist das zunächst unmetaphorische Gebilde in der Lage, wechselnde Bedeutungen anzunehmen. Zum Beispiel wird der Sandwürfel in einer Kirche zum bröckelnden Altar. In Heiligenhafen, direkt an der Küste, steht der Sandwürfel in Beziehung zum Meer, zum (Sand)Strand und der Witterung, der er ausgesetzt ist.
Lutz Kirchner – SANDY
the 1x1x1m large sand cube is in its processual decline a memorial of change. The simple body of the cube is in contrast to the fragility of millions of sand grains. The relationship between eternity and transience plays a major role in the statement of the altar of sculpture.

Portrait

Lutz Kircher
1971 geboren in Langen (Hessen)

1978 – 1991 Schule und Abitur in Heidelberg

1993 – 1995 Ausbildung zum Steinmetz- und Steinbildhauergesellen in Duderstadt

1996 – 1998 Kunststudium an der Gerrit RietveldAcademy, Amsterdam

1998 – 2003 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel

Seit 2003 freischaffender Künstler in und aus Kassel

Arbeiten im öffentlichen Raum in Kassel, Kaufungen, Bad Wildungen und Osterode am Harz.

Ausstellungen zum Beispiel in Kassel, Kleinsassen, Schwabach und Schwerte.

 

Lutz Kircher
1971                Born in Langen (Hesse)
1978-1991      School and A-levels (Abitur)
1993-1995      Training for chiseller and stone carver assistant in Duderstadt
1996-1998      Studies of Art at Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam
1998-2003      Studies of Free Arts at Kunsthochschule Kassel
Since 2003 works as a freelance artist in and from Kassel
Works in public areas in Kassel, Kaufungen, Bad Wildungen and Osterode, Harz-
Exhibitions e.g. in Kassel, Kleinsassen, Schwabach and Schwerte.

 

Werkbeschreibung

Der Würfel steht ohne Hilfsmittel frei im Raum. Die Skulptur besteht ausschließlich aus Sand und Wasser. Eine stabile Verbindung, die zugleich ihre Fragilität in sich trägt. Millionen von einzelnen Sandkörnchen verbinden sich zu einer temporären Form.

Bei dem Kubus aus Sand handelt es sich einerseits um eine autonome Skulptur, andererseits erinnert er in seiner Grundform an einen Sockel, der die eigentliche Skulptur vermissen lässt. Die einfache Körperform des Würfels vermittelt in seinen gleichmäßigen Proportionen Stabilität und Standfestigkeit. Im Gegensatz dazu steht seine Materialität. Millionen von Sandkörnern drohen den Halt zu verlieren. Der Zerfall könnte jeden Moment nach Fertigstellung der Skulptur einsetzen. Durch diese Unkalkulierbarkeit bekommt die Skulptur etwas Prozesshaftes und wird zum Ereignis. Sie spielt mit den Erwartungen der Besucher und erzeugt eine produktive Spannung.

Die Frage nach der Beziehung zwischen Ewigkeit und Vergänglichkeit spielt an allen Standorten, an denen der Sandwürfel steht bzw. stand, eine zentrale Rolle. In Verbindung mit der Charakteristik des Ortes können sich dadurch sehr unterschiedliche Aussagen ergeben:

In einer Kunstausstellung thematisiert der leere Sandsockel Kunstpräsentation und wird zur Skulptur. In einer Kirche dagegen wird „mein Sandwürfel“ zum bröckelnden Altar.

In Heiligenhafen, direkt an der Küste, steht „mein Sandwürfel“ in Beziehung zum Meer, zum (Sand)Strand und der Witterung, der er ausgesetzt ist.

Im Zeitraffer verdeutlicht er Erosion. Angesichts des steigenden Meeresspiegels betrifft dies nahezu alle Küstenlinien. Daneben sind auch spielerische Interpretationen möglich, wie zum Beispiel die eines riesigen Sandkuchens oder eines Wellenbrechers. Die Lebensdauer des Würfels ist im Besonderen an diesem Standort sehr vom Wetter abhängig. Aber auch von den Interaktionen des Publikums.

Am Ende bleibt ein Sandhaufen, der auf das verweist, was einmal war, und vom Winde verweht wird…

Discription – Sandy

The cube stands free without assistive equipment. The sculpture consists exclusively of sand and water. A solid connection, containing its fragility at the same time. Millions of grains of sand merge into a temporary form.
On the one hand the cube of sand represents an autonomous sculpture. On the other hand, in its fundamental form, it reminds the spectator of a pedestal that lacks the true sculpture. The simple body shape of the cube conveys stability and stableness through its uniform proportions. Its materiality stands in contrast. Millions of grains of sand are in danger of losing their stability. The breakdown of the sculpture might start any moment after finishing it. Because of this unpredictability the sculpture becomes something process-like, it turns out to be a happening. It plays with the expectations of the spectators and causes a productive excitement.

The question of a relation between eternity and transience plays a central part in all the places the sand cube stood and will stand. In connection with the characteristics of the place this can cause very different messages:
In an Art exhibition the empty pedestal represents presentation of art and becomes a sculpture. In a church “my sand cube” turns into a crumbling altar. In Heiligenhafen, directly on the coast, my sand cube stands in relationship with the sea, the sandy beach and the weather it is exposed to.
In fast motion it shows erosion. Considering the rising sea level it may concern nearly all coast lines. Playful interpretations are possible, too; e.g.: a big Madeira cake (German: Sandkuchen), or a wave breaker.
The lifespan of the cube depends largely on the weather, especially considering its location, and on the interaction with the spectators.
In the end there will be heap of sand indicating something that was, blown away by the wind.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>